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Die OSG Baden-Baden steht schon zwei Spieltage vor Saisonende als deutscher Meister fest. Angeführt von Levon Aronian und Viswanathan Anand fegte das Starensemble die SG Speyer-Schwegenheim mit 7:1 vom Brett und liegt mit fünf Punkten Vorsprung uneinholbar an der Spitze.

Einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt schaffte die MSA Zugzwang München. Nach dem 5:3 im Derby gegen Bayern München rückte der Aufsteiger aus der 2. Bundesliga Ost auf Platz zwölf der Tabelle vor. Im Kampf um Platz zwei hat Hockenheim die besten Karten nach dem klaren Sieg mit 5,5:2,5 gegen den SV Griesheim. Wir haben viele Eindrücke vom Beginn der zentralen Endrunde und Stimmen zum Geschehen eingefangen.

Die zentrale Endrunde der Schachbundesligen in Berlin lockte zu Beginn zahlreiche Zuschauer ins Hotel Maritim. Sie kamen, um die Stars der Männer- und Frauenbundesliga in Aktion zu sehen. Zu Beginn der dreitägigen Veranstaltung standen in der SBL die Duelle der Reisepartner auf dem Programm. Die OSG Baden-Baden ist mit zahlreichen Stars angereist. Die Kiebitze belagerten insbesondere die Bretter von Levon Aronian und Viswanathan Anand. Die Spieler sieht man auf dem Foto oben, während sie im unteren Foto von den Zuschauern überlagert werden.

Kiebitze | Foto: Guido Giotta

Der 15. Weltmeister der Schachgeschichte spielte gegen Adam Horvath von Speyer-Schwegenheim gewohnt schnell, konnte die Verteidigung des Ungarn aber nicht durchbrechen. Es sollte am Ende eines von zwei Remis sein, das Baden-Baden seinen Gegnern gönnen sollte.

Der Kampf selbst war schnell entschieden und es stand 6,5:0,5, als Rustam Kasimdzhanov gegen Miklos Nemeth mit Läufer und Turm gegen Dame plus einige Bauern auf beiden Seiten, um den halben Punkt kämpfte. Ausgerechnet diese im Prinzip bedeutungslose Partie dauerte von allen Partien im Saal am längsten. Der Teamchef, Sven Noppes, der Vorstandsvorsitzende der GRENKELEASING AG, Wolfgang Grenke, und der Rest des Teams warteten auf Kasimdzhanov, um die Meisterschaft gemeinsam zu feiern. Nach sieben Stunden und zehn Minuten war es endlich soweit und die Mannschaft konnte das verdiente Mannschaftsessen in einem noblen Etablissement ansteuern.

Im Interview mit der Schachbundesliga äußerte sich Sven Noppes zur Meisterschaft und verlautbarte auch brandaktuelle News bezüglich der "GRENKE-Festspiele", die über Ostern in Karlsruhe und Baden-Baden stattfanden.

Der SV Hockenheim bleibt nach de 5,5:2,5 gegen den SV Griesheim heißester Anwärter auf die Vize-Meisterschaft. Die Rennstädter liegen zwei Spieltage vor Schluss mit einem Punkt Vorsprung auf Solingen und Schwäbisch Hall auf Rang zwei. Im Interview mit Dennis Wagner fingen wir unter anderem die Stimmung im Team ein.

Die Vorentscheidung um Platz zwei fällt am Sonntag im Kampf zwischen Hockenheim und Schwäbisch Hall. Die Haller wahrten ihre Chance mit einem 4,5:3,5 gegen USV TU Dresden. Mit dem gleichen Resultat setzte sich auch die SG Solingen gegen den SV Mülheim Nord durch. Die Klingenstädter taten sich gegen den auf dem Papier deutlich schwächer angetreten Reisepartner sehr schwer. Gegen Baden-Baden bedarf es einer großen Leistungssteigerung, um nicht völlig unterzugehen.

Zu knappen Siegen kamen auch Werder Bremen gegen Hamburg und die SF Berlin gegen den SK König Tegel. Im Duell der Berliner Teams schnupperte der Aufsteiger aus der 2. Bundesliga Nord an einer Überraschung. Tegel führte mit 3,5:2,5, doch Hrant Melkumyan und Peter Schreiner drehten den Spieß mit ihren Siegen noch um.

Hrant Melkumyan | Foto: Georgios Souleidis

Einen klaren Sieg feierte die SG Trier mit 5,5:2,5 gegen den DJK Aachen. Der Kampf fing mit einem kampflosen Punkt für Trier an Brett zwei an, bevor die ungarischen Großmeister Viktor Erdos und Benjamin Gledura die weiteren vollen Zähler beisteuerten.

Bezüglich der Bedeutung fand der wichtigste Kampf der Runde zwischen MSA Zugzwang München und Bayern München statt. Es war im Prinzip das Abstiegsendspiel und etwas überraschend entschied es die MSA Zugzwang München für sich. Es fing mit einem tollen Sieg von Gerald Hertneck an, der die Mannschaft offensichtlich beflügelte. Es folgten vier schnelle Remis und beim Stand von 3:2 war schon abzusehen, dass Bayern das Ruder nicht mehr herumreißen wird. Letztendlich konnte Robert Zysk zum 5:3 erhöhen. Wir sprachen, als der Kampf noch lief, mit Gerald Hertneck im Interview über seinen Erfolg und über das Geschehen in Berlin.

Ein Highlight des ersten Tages war die Autogrammstunde mit Anatoly Karpov. Der 12. Schachweltmeister lockte viele Fans ins Hotel Maritim. Vielleicht erleben die Zuschauer die russische Schachlegende in den kommenden Tagen sogar am Brett für den SV Hockenheim.

Autogrammstunde mit Anatoly Karpov | Foto: Georgios Souleidis

Vorentscheidung in der FBL

Der SK Schwäbisch Hall kann bei den Frauen den Meistersekt kalt stellen. Im vorentscheidenden Duell gegen die SF Deizisau gelang den Damen aus Hall ein knapper Sieg mit 3,5:2,5. Das Team lag 2,5:1,5 hinten, doch Deimante Daulyte und Petra Papp rießen das Ruder noch rum.

Deimante Daulyte | Foto: Georgios Souleidis

Der Sieg war sehr wichtig, um Baden-Baden mit einem Punkt Vorsprung auf Distanz zu halten. In den zwei letzten Runden warten auf Schwäbisch Hall mit Augsburg und Bayern München zwei Abstiegskandidaten, so dass nichts mehr anbrennen sollte. Baden-Baden ist Favorit auf Platz zwei, während Bad Königshofen und die Rodewischer Schachmiezen um Platz drei kämpfen. Aus den Reihen des SC Bad Königshofen sprachen wir mit der Damengroßmeisterin Lilit Mkrtchian nach ihrem Sieg gegen eine gute Freundin.

Um Bronze kämpft bei den Frauen auch der Hamburger SK, der ein leichtes Restprogramm hat. Die zentrale Endrunde in Berlin begann mit einem 5,5:0,5 gegen Tura Harksheide vielversprechend. Sarah Hoolt äußerte sich zum Kampf und zu ihren sehr guten Resultaten in lezter Zeit.

Offizielle Webseite zentrale Endrunde der Schachbundesligen in Berlin
Alle Partien der SBL auf dem Liveportal nachspielen
Alle Partien der FBL während der zentralen Endrunde nachspielen
Kreuztabelle der SBL nach 13 Runden
Kreuztabelle der FBL nach 10 Runden

Fotos zentrale Endrunde Klaus Steffan
Veranstaltungsprogramm zentrale Endrunde der Schachbundesligen in Berlin

Die Videos während der zentralen Endrunde werden in Zusammenarbeit mit ChessBase erstellt. Für die Liveübertragung der Partien im Liveportal zeichnet chess24 verantwortlich. Die Großmeister Jan Gustafsson und Pepe Cuenca Jimenez kommentieren die Partien live in englischer Sprache. Vor Ort kommentiert Großmeister Klaus Bischoff die Partien in deutscher Sprache.